Hautkrebsprävention
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WATCH OUT
Für mehr UV-Schutz im Alltag

Ob Alltag, Freizeit oder Urlaub: Wor halten uns an vielen Orten im Freien auf. Eine Gefahr wird dabei gerne unterschätzt: Die krebserregende UV-Strahlung der Sonne. Wenn die Haut brennt und juckt, hat sie bereits erheblichen Schaden genommen. Je öfter dies passiert, desto mehr steigt das Hautkrebsrisiko. Um Tag für Tag die UV-Strahlung richtig einzuschätzen und sich entsprechend zu schützen, gibt es ein einfaches, international gültiges Instrument: den UV-Index.

WATCH OUT bringt den UV-Index dort hin, wo die Gefahr besonders groß ist: An die Strände von Nord- und Ostsee, an Badeseen und an andere sonnige Orte der Freizeit. Dabei arbeiten wir mit engagierten Akteuren vor Ort zusammen und treten gemeinsam für eine gesundheitsbewusste Freizeitgestaltung ein.

Warum dieses Projekt?

1. Die UV-Strahlung der Sonne ist auch in der Freizeit krebserregend

Ultraviolette Strahlug - kurz UV-Strahlung - ist neben Wärme und Licht Bestandteil der Sonnenstrahlung. Kurzfristig sorgt sie für Sonnenbrand, kann auch die Augen schädigen und schwächt das Immunsystem. Außerdem entstehen Schäden im Erbgut von Hautzellen. Diese Schäden werden bis zu einem gewissen Grad vom Körper selbst repariert. Bei zu viel UV-Strahlung bleiben geschädigte Zellen jedoch dauerhaft im Körper zurück. Je öfter das passiert, desto höher ist das Risiko, dass daraus einmal Hautkrebs entsteht. Vorzeitige Faltenbildung und ein erhöhtes Risiko für Augenerkrankungen wie den Grauen Star sind weitere langfristige Folgen. Der Schutz vor UV-Strahlung ist deshalb jeden Tag und überall von Bedeutung.

Prof. Eckhard Breitbart, Dermatologe und erster Vorsitzender der ADP erklärt im Video, wie genau sich die UV-Strahlung auf die Haut auswirkt:


2. Die Hautkrebszahlen steigen

Die Hautkrebszahlen steigen. In den letzten 20 Jahren sind die Fallzahlen von neu an Hautkrebs erkrankten Menschen um etwa 70 % gestiegen. Derzeit erkranken in Deutschland jedes Jahr über 308.000 Menschen neu an Hautkrebs, davon rund 42.300 an der besonders gefährlichen Variante des Malignen Melanoms (schwarzer Hautkrebs). Etwa 4.000 Menschen sterben jährlich daran. Da Hautkrebs oft erst im Alter entsteht, führt unter anderem der Demografische Wandel zu einer steigenden Hautkrebsrate. Auch ein veränderter Lebensstil wie der zunehmende Tourismus seit den 1960er Jahren spielt dabei eine Rolle. Als aktuelle Herausforderung ist zudem der Klimawandel zu nennen, der dazu führt, dass die Haut mehr UV-Strahlung abbekommt.


3. Der Klimawandel führt zu mehr UV-Strahlung

Der Klimawandel beeinflusst die menschliche Gesundheit auf unterschiedliche Art und Weise. Auch bezüglich der UV-Strahlung und ihrer Belastung für die Bevölkerung sind verschiedene Effekte zu beobachten. Dazu zählen eine Erhöhung der Sonnenscheinstunden pro Tag verbunden mit mehr wolkenlosen Tagen, wodurch mehr UV-Strahlung zur Erdoberfläche durchdringt. Zudem erhöht sich die Durchschnittstemperatur. Dadurch gibt es mehr warme Tage im Jahr, die zu mehr Aufenthalten im Freien verleiten, wodurch die Haut öfter und länger der UV-Strahlung ausgesetzt ist. Besondere Wetterphänomene wie eine zeitweilig ausgedünnte Ozonschicht im Frühjahr (Low-Ozone-Events) nehmen zu und können ebenfalls zu erhöhten UV-Werten führen. Mehr Informationen dazu gibt es beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).


4. Die Gefahr der UV-Strahlung wird schnell unterschätzt

Die UV-Strahlung der Sonne begegnet uns fast überall im Alltag, ob auf der Arbeit, beim Spaziergang im Park oder beim Sport im Freien. Bis dies bei unangemessenen UV-Schutz zu Hautkrebs führt, können Jahrzehnte vergehen. Zudem werden das Licht und die Wärme der Sonne oft als positiv wahrgenommen. Die Gefahr der UV-Strahlung ist deshalb sehr abstrakt und gerät gedanklich schnell in den Hintergrund. Hinzu kommt, dass der „einfachste Schutz" nicht immer der beste ist. So ist Sonnencreme eine einfache und hilfreiche Schutzmaßnahme. Wesentlich effektiver ist es jedoch, im ersten Schritt Ereignisse und Zeiten mit viel Sonne und somit viel UV-Strahlung gezielt aus dem Weg zu gehen und die Haut mit Kleidung zu schützen. Mehr Sensibilisierung für die UV-Strahlung und ihre Wirkung kann dabei helfen, sich angemessen und effeltiv vor ihr zu schützen ohne dabei auf Freizeitaktivitäten unter freiem Himmer verzichten zu müssen.

Was ist der UV-Index und wie hilft er beim Sonnenschutz?

Um die Gefahr der UV-Strahlung sichtbarer zu machen, wurde in den 1990er Jahren der UV-Index ins Leben gerufen und von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angenommen. Der UV-Index ist eine Maßeinheit für die sonnenbrandwirksame UV-Bestrahlungsstärke und international gültig. Das heißt, aus der messbaren Intensität der UV-Strahlung der Sonne wird nach einer bestimmten Gewichtung die Gefahr für die Haut abgeleitet und auf einer Skala von 1 bis 11+ wiedergegeben.

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)

Dabei ist der UV-Index ist in fünf (farbliche) Gefahrenbereiche unterteilt und funktioniert wie eine Ampel. Bei Grün (1-2) ist kein UV-Schutz erforderlich und ab Rot (8-10) sind umfassende UV-Schutzmaßnahmen zu treffen. Ein UV-Index ab 11 (violett) entspricht einer Bestrahlungsstärke, die am Mittag um 12:00 Uhr bei wolkenlosem Himmel am Äquator vorherrscht - Ein Aufenthalt Draußen ist unbedingt zu vermeiden. Bereits ab einem UV-Index von 3 sollte im bestimmten Umfang auch UV-Schuz geachtet werden. Hierzulande stellen unter anderem der Deutsche Wetterdienst (DWD) und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) des UV-Index zur Verfügung. Obwohl er bereits in verschiedenen Wetter-Apps und teilweise auch Wetterberichten berücksichtigt wird, ist der UV-Index vielen Menschen unbekannt oder wird kaum beachtet.

Die Idee hinter dem Projekt

Dass Sonnenschutz wichtig ist, wissen die meisten Menschen. Ein Instrument, um die krebserregende UV-Strahlung der Sonne richtig einzuschätzen gibt es auch: Den UV-Index. Trotzdem steigen die Hautkrebszahlen. Positive Assoziationen gegenüber dem Licht und der Wärme der Sonne täuschen schnell über die Gefahr der UV-Strahlung hinweg. Gebräunte Haut wird als schön empfunden. Der Klimawandel begünstigt eine zunehmen UV-Strahlungsbelastung der Menschen. Hinzu kommt, dass geeigneter UV-Schutz an manchen Orten nur schwer umsetzbar ist.

Gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe engagieren wir uns seit Jahrzehnten für die Hautkrebs-Prävention und haben mit WATCH OUT AT THE BEACH im Jahr 2022 ein weiteres Projekt initiiert. Mit dem UV-Index-Warn- und Informationssystem wollen wir angemessenen UV-Schutz auf unkomplizierte Weise ins alltägliche Bewusstsein der Bevölkerung rücken und so eine effektivere UV-Schutzpraxis erreichen.

Im Video erklärt Betriebsärztin Dr. Dorothee Dill von der DLRG, wie das Herzstück von WATCH OUT - die UV-Index-Tafel - am Strand eingesetzt wird.

Das Symbol

Gemeinsam mit der Werbeagentur HEIMAT und der Deutschen Krebshilfe haben wir ein passendes Symbol für unser Vorhaben entwickelt: Einen flirrend bunten Sonnenkranz auf schwarzem Hintergrund. Dabei verweist die schwarze Sonne auf die Gefahr der UV-Strahlung und erinnert an ein beobachtendes Auge, so wie die Sonne, die uns ständig "im Blick" hat. Gleichzeitig symbolisieren die bunten Ringe den UV-Index und stehen für den einen angemessenen Schutz vor UV-Strahlung. Das Symbol gepaart mti dem Slogan WATCH OUT (auf deutsch: Achtung) soll Menschen dazu motivieren, den UV-Index täglich zu checken und sich seinen Empfehlungen auseinander zu setzen. So werden sie automatisch sensibler für UV-Strahlung und UV-Schutz. Der Blick auf den UV-Index soll so alltäglich werden wie der Blick auf die Temperatur. Langfristig kann so das eigenen Hautkrebsrisiko und im Großen das der Bevölkerung gesenkt werden.

Aktionspaket für Kommunen und andere Akteure

Um das UV-Index-Informationssystem zu den Menschen an die Orte des Alltags zu bringen brauchen wir starke Partner:innen, die genau dort tätig sind. Die DLRG e.V. unterstützt uns dabei vor allem an der Nord- und Ostsee. Im Freistaat Bayern arbeiten wir mit dem Staatministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) und der AOK Bayern - Die Gesundheitslkasse in den Gesundheitsregionen plus zusammen. Daneben zählen zahlreiche weitere Kommunen, öffentliche Einrichtungen, Freizeiteinrichtungen und andere Institutionen zu unserem Netzwerk.

Wir rüsten interessierte Gemeinden und weitere Akteure mit allen Materialien und Hintergrundinformationen aus, die es braucht, um WATCH OUT selbstständig vor Ort umzusetzen.

Die UV-Index Tafel macht die Gefahr der UV-Strahlung sichtbar. Sie kann flexibel an Eingangs- und Aufenthaltsbereichen installisert werden, ist optisch auffällig und wetterfest. Die Skala der UV-Index-Tafel zeigt an wie stark die UV-Strahlung ist und welche Schutzmaßnahmen empfohlen werden. Mit einem beweglichen Pfeil kann sie im Handumdrehen an den aktuellen UV-Index angepasst werden.

Der auf der Tafel integrierte QR-Code ist mit unserer Microsite verknüpft und bringt den aktuellen UV-Index blitzschnell aufs Smartphone. Dabei wird auf die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) zurück gefriffen. Zusätzlich finden Nutzer:innen auf der Mcrosite viele spannende Informationen zu den Themen UV-Strahlung und ihre den gesundheitlichen Folgen von UV-Bestrahlung, effetiven UV-Schutz und den Mythos der "gesunden Bräunung". Auch unser Partner-Netzwerk ist auf der Microsite zu finden.

Unser Kampagnenflyer fasst die Informationen der Micro-Site zusammen und listet den UV-Index mit seinen Farben, Skalenwerten und Schutzempfehlungen auf. In Kombination mit den UV-Index-Tafeln kann das UV-Index-Warn- und Informationssystem so auch ohne Internetzugang von Freizeitgästen genutzt werden.

Ansprechpartnerin

Carina Annalena Jung

Tel.: 040 334 6533 99

E-Mail: jung@adpev.de

Laufzeit

Seit 2022

Initiatoren


Stiftung Deutsche Krebshilfe


Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V.

Kooperationspartner


Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

WATCH OUT wird im Freistaat Bayern im Rahmen des Masterplans Prävention vom Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gemeinsam mit der AOK Bayern –Die Gesundheitskasse umgesetzt.

Mitmachen

Sie wollen sich bei WATCH OUT engagieren? In unserem Handout finden Sie Informationen dazu.
WATCH OUT Handout (PDF-Download)